AFZ Daten in Echtzeit – für Skånetrafiken eine wichtige Kundeninformation

5. Februar 2021

Skånetrafiken, der Verkehrsverbund der Provinz Schonen (Skåne auf Schwedisch), organisiert den gesamten Öffentlichen Nahverkehr im Süden Schwedens, einschließlich der Verbindung nach Kopenhagen. Der Jahresumsatz liegt bei 6,2 Mrd. SEK. Jedes Jahr tragen Stadtbusse, Regionalbusse, Personenzüge sowie die Mobilitätsfahrzeugdienste insgesamt mehr als 170 Millionen Fahrten bei. Täglich werden rund 14.000 Touren von verschiedenen Verkehrsbetrieben durchgeführt.

DILAX arbeitet seit 2014 mit Skånetrafiken zusammen. In vielen Linien und Fahrzeugen kommen AFZ-Sensoren von DILAX für die Fahrgastzählung zum Einsatz. Diese hohe Ausstattungsquote in der gesamten Flotte ermöglichte es dem Verkehrsverbund nach dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 schnell zu reagieren. Skånetrafiken zeigte seinen Kund*innen schon Ende April auf der Website die Echtzeitdaten zur Belegung der Fahrzeuge im laufenden Betrieb an.

Das Prinzip Ampel zeigt an, wie voll es ist

Die Webseite enthält eine Karte, die den aktuellen Standort aller Linien sichtbar macht. In diese Karte wurde das Ampelsystem integriert. Aktuell fahrende Busse und Bahnen, in denen ein- und aussteigende Fahrgäste automatisch gezählt werden, werden je nach Auslastung in den Ampelfarben angezeigt.

Sind weniger als 50 Prozent der Plätze belegt, ist das Fahrzeug grün markiert. Bei 51 bis 75 Prozent Belegung der Plätze werden das Fahrzeug und die Linie Gelb angezeigt. In Rot werden Linien angezeigt, wenn 76 Prozent oder mehr der Sitze belegt sind.

Mit dieser Information können Kunden entscheiden, ob sie bei hoher Auslastung liebe ein anderes Verkehrsmittel nutzen oder ihre Fahrzeit anders wählen.

Die Idee zu dieser Anwendung entstand auf einem „Hack the Crisis“ Hackathon, zu dem die schwedische Regierung eingeladen hatte.

Hack the Future beginnt jetzt

DILAX sprach mit Martin Baeck, Fahrzeugentwicklung und Carl Järsberg, Unit Manager Service Development, über das Projekt.

DILAX: Lassen Sie uns zuerst über einige Zahlen sprechen. Wie viele Bus- und Bahnlinien betreiben Sie? Wie viele einzelne Busse und Züge gehören zu Ihrer Flotte? Wie viel Prozent der Fahrzeuge sind bereits voll mit AFZ ausgestattet?

DILAX: Wann haben Sie begonnen darüber nachzudenken, die Echtzeitdaten der Belegung in die Kundeninformation zu integrieren? Wie schnell konnten Sie das umsetzen?

Martin Baeck: Dass wir vorausschauende Belegungsinfos mit unseren Fahrgästen teilen wollen, daran haben wir im Prinzip schon gedacht, seitdem wir AFZ in unseren Fahrzeugen und Systemen integriert haben. In Folge von COVID-19 wurde schnell entschieden, die Echtzeitdaten in unserer Live Map aufzunehmen. Das basierte erst einmal nur auf der aktuellen Zählung an Bord, die wir bereits in unserem AFZ Reporting im Backend haben, ist also noch nicht für Vorhersagen zur Auslastung geeignet. Eine Partner-Firma erhielt den Zugang zu einer Kopie unseres Echtzeit-Backend-Systems, um die Belegungsdaten in die Live Map einzubinden. Das Ergebnis war schon Ende April da und sichtbar.

DILAX: Wie schwierig war das, die AFZ-Daten für die Echtzeitbelegungs-Anzeige zu nutzen?

Martin Baeck: Wir sahen keine größeren Schwierigkeiten in der Integration.

Carl Järsberg: Das einzige Problem bei der Nutzung der AFZ Echtzeitdaten entsteht im Zusammenhang mit dem Lesen und Verknüpfen der richtigen Zahlen. Manchmal zeigten Busse schon eine Belegung an, bevor sie überhaupt ihre Tour starteten. Die Busse mussten korrigiert oder ausgeschlossen werden.

DILAX: Warum haben sie die Informationen zur Echtzeit-Belegung auf der Webseite gezeigt und nicht in der App?

Martin Baeck: Das hatte viele Gründe:

  • Wir wollten vor einem „kleineren Publikum“ testen, hauptsächlich aufgrund der sehr schnellen Entwicklung, bekannter Fehler und des Testens während des Starts.
  • Time-to-Market, d.h. die plötzliche Entscheidung aufgrund von COVID-19 kam, während unsere App-Entwickler mit anderen geplanten und ebenso wichtigen Arbeiten beschäftigt waren.
  • Wir haben APC nur für Teile unserer Flotte.
  • Wir möchten in der App die vorausschauende Belegung anzeigen.

DILAX: Ist das nur als COVID-19 Service gedacht oder planen Sie daraus ein dauerhaftes Angebot zu machen?
Martin Baeck: Es wird als COVID-19-spezifische Lösung angesehen. Wir sammeln jedoch viel Input und Erfahrung für unsere bevorstehende Arbeit mit Anforderungen zukünftiger Dienste. Wahrscheinlich wird es einige Zeit am Leben bleiben.

Carl Järsberg: Diese Lösung im Web ist eine Kurzzeitlösung, die schnell im Einsatz haben und zur Verfügung stellen wollten. Wir haben jetzt auch eine Lösung, die Prognosen enthält. Es basiert zu diesem Zeitpunkt auf Statistiken aus Reisesuchen, gekauften Tickets in der App und validierten Tickets. Bald werden aber auch AFZ-Statistiken berücksichtigt.

DILAX: Haben Sie etwas Neues gelernt durch die Auswertung der Echtzeitbelegungsdaten für Ihre Angebote?

Martin Baeck: Ich denke, wir haben anderen Teilen unserer Organisation gezeigt, dass das AFZ-System von DILAX aussagekräftigere Daten liefert als es vielleicht allgemein gedacht wurde.

DILAX: Wie haben die Fahrgäste auf das neue Angebot reagiert? Wird es gut angenommen?

Carl Järsberg: Das ist die am häufigsten angeklickte Seite auf unserer Website. Die hat sogar mehr Traffic als unsere Suchfunktion. Es ist also eine Funktion, die sehr beliebt ist. Die Fahrgäste hatten angefragt, warum der Service nicht anzeigt, was auf der gesamten Reise sein wird, also die Information nicht vorausschauend (predictive) war. Auf diesen Bedarf haben wir reagiert und die Vorhersage in die App eingebaut, was ebenfalls sehr gut aufgenommen wurde.

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